Fertigungsrichtlinien
Fertigungsrichtlinien FDM
Bauteilgrößen
Die maximale Bauteilgröße unterscheidet sich je nach Material und bemisst 250 x 250 x 250 mm. Modelle die nicht am Stück gefertigt werden können,
lassen sich mehrteilig fertigen und anschließend mittels Kleber, Dübel und oder Schrauben verbinden.
Materialien
Im FDM-Verfahren bieten wir eine breite Palette an Materialien an, die für verschiedene
Anwendungen geeignet sind. Unser Angebot reicht von kostengünstigem PLA über
hochbelastbare Kunststoffe wie Polycarbonat bis hin zu Kompositmaterialien. Die
aktuell verfügbaren Materialien finden Sie im Bestellprozess.
Bitte beachten Sie, dass die Druckfarben vom jeweiligen RAL-Wert abweichen können.
Eine exakte Farbübereinstimmung mit dem RAL-Farbsystem kann nicht garantiert
werden.
Schichthöhen
Die Schichthöhe beim Druck liegt bei 0.2 mm. Beachten Sie jedoch, dass die Orientierung
der Bauteile im Druckraum großen Einfluss auf die Oberflächenqualität und die Stabilität hat. Eine
horizontale Ausrichtung führt in der Regel zu einer besseren Oberflächenstruktur,
während vertikale Ausrichtungen tendenziell mehr Schichtspuren hinterlassen können.
Toleranzen
Für den FDM-Druck halten wir uns an die Toleranzen nach DIN 16742, Kategorie c
(grob). Dies bedeutet:
- ± 0.5 mm bei Bauteilen mit einer Größe <100 mm
- ± 0.5 % bei Bauteilen >100 mm
Diese Toleranzen können je nach Modellgeometrie, Material und Druckausrichtung
variieren.
Düsendurchmesser und Wandstärken
Wir drucken mit einer Standarddüse von 0.6 mm. Für optimale Druckergebnisse sollten
Wandstärken ein Vielfaches dieses Werts betragen, z. B.:
- 1.2 mm, 1.8 mm, 2.4 mm usw. – dadurch lassen sich Wände exakt und ohne
unnötige Lücken drucken.
- Vermeide Wandstärken wie 1 mm, da diese mit 0.6 mm nicht gleichmäßig
aufgeteilt werden können.
Minimale Wandstärke
Ist die Materialstärke zu dünn, können die Modelle zerbrechen. Die minimale
Wandstärke ist allerdings auch abhängig von der Modellgeometrie und auch -größe. Die
Untergrenze für Wandstärken liegt bei 0.6 mm. Standardmäßig arbeiten wir mit
Wandstärken von 1.2 mm. Am besten ist eine kurze Absprache mit uns in Bezug auf das
entsprechende Modell. Technisch bedingt wird bei spitz zulaufenden Geometrien eine
minimale Verrundung entstehen.
Minimale Detailgrößen
- Erhabene Details: Diese sollten eine Mindestwandstärke von 1.5 mm aufweisen,
um ausreichend stabil und robust zu sein. Besonders bei filigranen Erhebungen
ist es ratsam, größere Dimensionen zu wählen, um Bruchgefahr zu minimieren.
Für Beschriftungen und Texte die in die Oberfläche eingelassen sind, sollten serifenlose Schriftarten
bevorzugt werden, um bessere Lesbarkeit und Detailtreue zu erreichen.
- Eingelassene Details: Für Text oder Details, die in die Oberfläche eingelassen
sind, empfehlen wir eine Mindeststrichstärke von 1 mm und eine Tiefe von
mindestens 0.6 mm, um sicherzustellen, dass sie im Druckprozess gut
wiedergegeben werden.
Für Beschriftungen und Texte auf der Oberfläche sollten serifenlose Schriftarten
bevorzugt werden, um bessere Lesbarkeit und Detailtreue zu erreichen.
Stützmaterial und Überhänge
Beim FDM-Druck benötigen Überhänge unter ca. 45° in der Regel Stützmaterial. Diese
Stützen sind notwendig, um überhängende Geometrien zu stabilisieren, hinterlassen
jedoch oft raue oder unsaubere Oberflächen an den Kontaktstellen. Um die
Notwendigkeit von Stützmaterial zu vermeiden und die Qualität zu verbessern,
empfehlen wir:
- Überhänge möglichst mit einer Schräge über 45° gestalten. Tropfen- oder
Tränenformen helfen bei Aussparungen.
- Abrundungen an der Unterseite vermeiden – dort funktionieren abgeschrägte
Kanten (Fasen) besser.
- Geometrieoptimierung durch Hinzufügen von Stützrippen oder temporären
Brückenstrukturen kann sinnvoll sein.
Mindestabstand
Für die Fertigung von beweglichen Bauteilen, die aus mehreren Einzelkörpern bestehen,
muss ein Abstand von mindestens 0.5 mm zwischen den einzelnen Teilen eingehalten
werden.
Baugruppen
Baugruppen, die mehrere Einzelteile beinhalten, können im FDM-Verfahren gedruckt
werden. Dabei ist es wichtig, dass zwischen den einzelnen Bauteilen ein Spalt von
mindestens 0.5 mm vorgesehen wird, um eine problemlose Montage und Beweglichkeit
der Teile zu ermöglichen.
Ausgehöhlte Modelle und Hohlkörper
Standardmäßig werden alle Modelle im FDM-Verfahren mit einer Gitterstruktur gefüllt,
die eine hohe Stabilität bei gleichzeitig niedrigem Gewicht ermöglicht. Auf Anfrage
können Modelle jedoch auch hohl gefertigt werden, je nach Bauteilgeometrie.
Beachten Sie, dass für das Entfernen von Innenmaterial Entnahmelöcher vorgesehen
werden müssen. Diese sollten mindestens einen Durchmesser von 10 mm haben und idealerweise an mindestens zwei Stellen angebracht werden. Das Entfernen des
Stützmaterials aus komplexen Hohlräumen, insbesondere in kleinen, engen Röhren,
kann herausfordernd sein.
Löcher und Spalten
Löcher sollten einen Mindestdurchmesser von 2 mm aufweisen, um eine präzise
Fertigung zu ermöglichen. Spalten oder Schlitze sollten ebenfalls mindestens 2 mm breit
sein. Je kleiner die Öffnung, desto schwieriger kann es sein, eine saubere und genaue
Druckqualität zu erzielen.
Qualität der Oberfläche in Abhängigkeit der Bauausrichtung
Die Druckausrichtung hat einen direkten Einfluss auf die Oberflächenqualität eines
Modells. Wenn die Schichtausrichtung nicht optimiert ist, können sichtbare
Schichtlinien oder unregelmäßige Oberflächenstrukturen auftreten. Eine horizontale
Ausrichtung kann bei Modellen mit ebenen Flächen für eine bessere Oberfläche sorgen,
während vertikale Bauteile tendenziell weniger Detailtreue aufweisen.
Haltbarkeit in Abhängigkeit der Bauausrichtung
Wir versuchen Ihre Modelle in der jeweils optimalen Ausrichtung zu fertigen um
Schwachstellen zu minimieren. Trotzdem kann der schichtweise Aufbau im FDM-Verfahren
dazu führen, dass nicht alle Elemente gleich stark belastet werden können.
Die Druckrichtung beeinflusst auch die mechanischen Eigenschaften des Modells sowie
der Qualität von beispielsweise Bohrlöchern. Diese sollten im Idealfall stets parallel zu
X-Y-Fläche gefertigt werden um eine möglichst runde Wiedergabe zu ermöglichen.
Wenn Modelle Bohrungen in verschiedenen Richtungen besitzen, wird es nicht möglich
jedes Bohrloch ideal auszurichten.
Die Zugfestigkeit in der Z-Achse ist deutlich geringer als in der X-Y-Ebene, da die
Schichten im FDM-Verfahren tendenziell weniger stark miteinander verbunden sind
Mehrere Bauteile in einer Druckdatei
Es ist möglich, mehrere Bauteile in einer einzigen Druckdatei zu kombinieren, was
besonders bei der Fertigung von beweglichen Baugruppen wie Scharnieren oder Ketten
praktisch ist. Beachten Sie jedoch, dass die Bauteile optimal ausgerichtet werden
müssen, um die Druckqualität und Effizienz zu maximieren. Eine ungünstige
Positionierung kann zu Qualitätsverlusten führen.
Auflösung von Druckdaten
Wenn Sie uns STL-Dateien für den FDM-Druck übermitteln, achten Sie darauf, dass die
Auflösung ausreichend hoch ist, um feine Details wiederzugeben. Eine hohe Anzahl an
Dreiecken ist besonders bei Rundungen erforderlich, um ein sauberes und präzises
Druckergebnis zu erzielen. Der Detailgrad des Modells sollte eine Abweichung von
maximal 0.1 mm mit einer Winkeltoleranz von 3° aufweisen, um eine präzise Fertigung
zu gewährleisten.